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Das Buch
Was ist dran an der Astrologie?
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Akte Astrologie in den Medien



  AKTE ASTROLOGIE
  IN DEN MEDIEN




 
  Der Spiegel   The Times   Le Figaro   Daily Mail   Welt am Sonntag  
 



 


 

Der Playboy und Fotograf Gunter Sachs über seine astrologischen Forschungen, die turbulente Ehe mit Brigitte Bardot, ein Sex-Triptychon von Salvador Dalié und sein schillerndes Leben.

Sachs, 64, ist in den fünfziger und sechziger Jahren als Paradiesvogel des Jet-sets populär geworden. Der fränkische Industriellensohn lebte nach der Scheidung der Eltern in der Schweiz, studierte Mathematik und leitete nach dem Tod des Vaters gemeinsam mit Bruder Ernst-Wilhelm die Fichtel & Sachs-Werke. 1975 verkauften die Partner ihre Anteile. Sachs, in dritter Ehe mit der gebürtigen Schwedin Mirja verheiratet, baute eine Boutiquen-Kette auf, drehte Dokumentarfilme und profilierte sich als Fotograf. Anfang Oktober erscheint sein Buch "Die Akte Astrologie" im Goldmann Verlag (29,90 Deutsche Mark).


SPIEGEL: Herr Sachs, haben Sie sich schon einmal ein Horoskop stellen lassen?
SACHS: Ja, einmal vor ungefähr 30 Jahren. Es brachte mir aber keine Erleuchtung. Ich wußte nicht, ob es bloß Humbug war oder doch ein Körnchen Wahrheit enthielt. Horoskope in Zeitschriften lese ich gelegentlich zum Amüsement.

SPIEGEL: Jetzt haben Sie ein Buch über die Sterndeutung geschrieben und schwärmen von der Astrologie als einer "geheimnisvollen, schönen Gefährtin". Wie kam es zu dieser Liaison?
SACHS: Angefangen hat das alles in den Schweizer Bergen, in einer sternklaren Neu- jahrsnacht. Ich hatte Besuch von meinem Freund Claus Jacobi. Wir betrachteten den sternenübersäten Himmel und gerieten ins Philosophieren, ob die Gestirne wohl Einfluß auf unser Schicksal haben oder ob die Astrologie nur ein Mythos ist. Wir wunderten uns, daß noch niemand der Sache wissenschaftlich auf den Grund gegangen war. Nach einer Weile sagte Jacobi: "Du liebst doch solche Heraus- forderungen." Ich nahm diese an.

SPIEGEL: War das eine esoterische An- wandlung?
SACHS: Ganz und gar nicht. Ich wollte nicht eintauchen in die nebulöse, mythische Astro- logie, die bei- spielsweise Widdern empfiehlt, den Donnerstag für berufliche Veränderungen zu nutzen. Mir ging es einzig und allein um die Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und dem menschlichen Ver- halten?

 

SPIEGEL: Kann man sich dem Wolken- kuckucksheim Astrologie überhaupt wissen- schaftlich nähern?
SACHS: Durchaus, mit Mathematik und Statistik. Mein kleiner Stab und ich haben mit einer Fülle von Datenmaterial nachgewiesen, daß es zwischen Menschen verschiedener Tier- kreiszeichen signifikante Unterschiede gibt und daß die Astrologie richtige Ansätze hat.

SPIEGEL: Das wird Spökenkiekern, Mond- süchtigen und anderen Kaffeesatzlesern ordentlichen Auftrieb geben. Fürchten Sie nicht den Beifall von der falschen Seite?
SACHS: Nein, mein Buch macht ja keine astrologischen Aussagen im landläufigen Sinne. Es liefert keine Orakel, kein Verhaltensprofil. Wir erklären nichts, sondern haben bloß brav und ehrlich gezählt und gerechnet, um beispielsweise herauszufinden: Der Löwe-Mann heiratet signifikant oft eine Widder-Frau.

SPIEGEL: Wo sind Sie noch fündig geworden?
SACHS: In allen möglichen Bereichen: Scheidungen, Verkehrsdelikte, Krankheiten, welche Studienfächer bevorzugt werden, dasselbe bei der Berufswahl, bis hin zu der Fest- stellung, welche Zeichen häufiger Selbstmord begehen.

SPIEGEL: Hat das irgendeinen praktischen Nutzen?
SACHS: Das war nicht Sinn der Untersuchung. Aber wir wissen heute - zum erstenmal seit 4000 Jahren -, daß die Astrologie eine rationale Basis hat. Trotzdem geht es mir dabei immer noch wie beim Fliegen: Ich sehe, daß die Maschine fliegt, und wundere mich, daß der schwere Kasten nicht wie ein Stein vom Himmel fällt.

SPIEGEL: Welche Reaktion erwarten Sie aus der Gelehrten-Republik?
SACHS: Hierzulande hat sich der Bäcker um seine Brötchen zu kümmern und um sonst nichts. Wer das Fach wechselt, wird immer argwöhnisch beäugt. Ich bin auf alles gefaßt und übe mich in kosmischer Gelassenheit ...


Das Gespräch führten die Redakteure
Peter Stolle und Angela Gatterburg.

 






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Letzte Änderung: 27.08.2010
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