Wenn man ein Buch schreibt, hofft man als Erstes, es finde Beifall bei
Freunden und Bekannten. Die anderen Leser kennt man ja nicht.
Das Lob des Kassenwarts vom Bobclub kommt gewiss direkt. Und auf das
vom Sansibarwirt freut man sich schon.
Da nun erhielt ich das freundliche Schreiben einer bedeutenden Biographin,
mit einer wichtigen Grundregel ihres Metiers:
"Nicht alle Ihre Freunde, Bekannten und Verwandten sollten Sie in der
Biographie erwähnen. Nur jene Namen, die für die Handlung von Belang
sind und sie vorantreiben. Alles andere ist dem Buch langatmiger Ballast -
auch wenn er von Ihrem Herzen kommt."
Griffiges Beispiel:
Hansi kommt wie jeden Sonntag
auf Besuch. Er öffnet das Gartentor
und ruft "Guten Morgen".
Das treibt die Handlung nicht voran.
Hansi kommt wie jeden Sonntag
auf Besuch. Er öffnet das Gartentor
und ruft "Guten ...", da explodiert des
Nachbars Auto.
Das treibt die Handlung voran.
Ich habe den Sinn dieses 'Grundlagen-Gesetzes' einsehen müssen. Einerseits
tat es mir natürlich Leid, nicht alle Freunde mit einer Geschichte in meinem
Buch zu haben - andererseits würde es dann so langatmig, dass Ihr es nicht
mehr lesen wolltet.
Beim Schreiben dieses Buches ist mir auch aufgefallen, dass ich mich oft
bedeutend schneller verliebte, als ich es in Erinnerung hatte. Auch Ihnen
wird das im Verlauf der Lektüre nicht entgehen.
Wobei ich hier nicht Flirts, sondern nur meine großen Lieben beschrieben
habe, und da gab's nun mal den coup de foudre, Liebe, die wie ein Blitzstrahl
trifft.
Die 'große Liebe' konnte ich nie suchen - ich musste ihr begegnen. Dann
allerdings, wenn wir uns gegenüberstanden, schwand die Logik und eine mir
fast unbekannte Intuition führte mich.
Und nun schlug der Blitz ein - oder nicht ein.
Wenn's plötzlich um mich brannte - war ich schon verliebt. Drum ging's
oft in Schallge- schwindigkeit.
Ich liebte wohl ohne Blitzableiter.
Zu der Anzahl meiner großen Lieben möchte ich auf einen Satz aus dem Text
verweisen, der diese indiskrete Zahl in etwas Romantik kleidet:
"... und es gibt sie nicht wie Sandkörner am Meer, sondern eher wie
Blüten an einem Mandelzweig ..."
Verliebte hoffen 'bis in alle Ewigkeit'. Ich auch.
Teddy Stauffer beschrieb die Ewigkeit Verliebter:
"Forever is a hell of a long time."
Bei diesem klarsichtigen Satz stand Teddy wohl nicht unter Amors Droge.