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  Die heutige Gesellschaft ist wie das Fernsehen - von einschläfernder Gewöhnlichkeit. Nach Gottfried Keller: Sie wirft keine Laternen ein - zündet aber auch keine an. (meine Mutter, 1998)

Was nach dem Krieg die kultivierte, internationale Gesellschaft war, ist heute eine selbst ernannte Schickeria. Das ist der Unterschied zwischen Sartre und Big Brother.

Auch wenn wir uns gegenseitig nicht immer ganz verstanden haben, war mein Verhältnis zu den 68ern durchaus gut und geprägt von jugendlicher Achtung vor einer anderen Auffassung. In Deutschland wie in Frankreich. Für ein Zimmer mit Uschi Obermaier wäre ich der Kommune glatt beigetreten. Aber die hatten ja keine Doppelzimmer.

Der Laie denkt, Erotik hänge und knistere beim Photographieren laufend in der Luft. Was knistert, ist vielleicht das Aufreißen von Polaroid-Tüten oder das Frühstückspapier des Assistenten.

Mein Verhältnis zur Presse lässt sich am besten frei nach Schiller beschreiben: "Von der Gazetten Lob und Tadel oft verzerrt, schwankt mein Charakterbild in der Geschichte."

Ich spiele gern im Casino, weil ich mich dort sicherer fühle als auf Banken. Das Roulette hat ein begrenztes Risiko von 1,4 Prozent.

Geld verleiht der Freude einen Hut und der Tristesse einen Anker. Das ist die gütige Seite des Mammons.

Alles ist vergänglich. Eine Fayence-Figur, die Erde wird vergehen, die Sonnen sterben täglich und Sterne werden durch schwarze Löcher geschluckt - die ihrerseits eines Tages implodieren. Warum sollten ausgerechnet w i r  unsterblich sein? Ich glaube, hier ist das Wunschdenken ein gütiger Samariter. Nein, ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tode.

Sex ist ein dunkles, unheimliches Feld - und trotzdem ist die Geisterbahn dorthin überfüllt.

Ich halte es für sehr gefährlich, Manager zu spielen, nur weil man Inhaber einer Firma ist. Ein Zirkusdirektor sollte nicht am hohen Trapez brillieren - sondern sich darum kümmern, dass die Bilanz und das Fangnetz keine Löcher haben.

Eine Frau verführt man am sichersten durch zuhören.

Die Zeit der Playboys ist vorbei wie die der Ritter der Tafelrunde. Auf die Frage, ob die Playboys nachwachsen, war Gianni Agnellis brillante Antwort: "Natürlich nicht - die wären ja heute auch schon fünfzig - und wir würden sie kennen."

Stil ist eng verbunden mit Weltgewandtheit, Bildung, Takt, Humor und einem guten Schuss Selbstironie. Wie bei vielen Dingen sind Intelligenz und Geld willkommene Paten. Und als homöopathische Zutat: eine Prise Diabolo.

Den eigenen Tod, den stirbt man - doch mit dem des Freundes muss man leben.

Glück liegt nicht in einem Lottogewinn. Das ist eher eine freudige Stichflamme. Glück kommt aus der Phantasie - aus der Liebe und inneren Harmonie, aus Ideen, Siegen und Kämpfen. Geld ist ein Mittel zum Zweck, kann diesen Zweck aber nicht mit Glück ausfüllen.

Frauen faszinieren mich seit der Sandkiste.

Die Polarität von Erotik und Sex liegt zwischen 'besitzen wollen' - und 'besessen werden wollen'. Punkt Schluss.

Männer fliegen auf den Mond, um seine dunkle Seite zu kennen, Frauen ertasten sie.

Die Frau will glauben, der Mann will wissen.
  Jeder hat ein Gewissen, es kommt nur darauf an, wie strapazierfähig es ist.

Romantik ist einfach in uns - wie Mut oder Würde. Sie wird heute von zu vielen verborgen.

Ich wollte hinter die Mysterien des Lebens schauen. Wenn meine Neugier auf ein reizvolles Ziel trifft, sehe ich mich herausgefordert und würde sogar mit Mephisto feilschen, um es zu erreichen. Würden die Zeiten inhaltslos vorüberziehen, hätte ich wahrscheinlich nichts dagegen, wenn er mich holen würde. Das kann natürlich nur einer sagen, der nicht an den Beelzebuben glaubt.

Als mein Dracula-Club-Bruder Fredy Heineken nach drei Wochen aus den Fängen seiner Kidnapper befreit wurde, schrieb ich ihm: "Neither Heaven nor the Devil wanted you." Er schrieb mir zurück: "Indeed I met the Devil - he sad he knows you."

Ich möchte träumen, solange ich lebe auf Erden - aber auch nicht länger. Der Gedanke vom ewigen Leben ist mir unbehaglich.

Liebe ist ..., wenn wir Verliebtsein meinen: Eine Droge, die über und aus uns kommt, damit wir liebestrunken keine Pickel und Fehler beim anderen sehen. Die Evolution treibt uns bedenkenlos zur Fortpflanzung - für Liebeskummer hat sie keine heilenden Säftchen.

Das Ur-Wesen der Frau liegt in der 'Geschichte der O', das Ur-Hoffen des Mannes in der Figur von 'James Bond'.

Das Ur-Wesen der Frau liegt in der 'Geschichte der O', das Ur-Hoffen des Mannes in der Figur von 'James Bond'.

Die Playboys lebten - was Hollywood-Schauspieler schauspielerten.

Nicht alle königlichen neuen Kleider sind Kunst.

Ästhetik ist nicht nur anmutige und edle Form, sie entspringt auch aus klarem und edlem Geist.

Zum Surrealen: Der Mensch strebt nach out of reality.

Nichts ist auf Dauer, solange die Zeit besteht. Und wenn ... wie furchtbar wäre eine erstarrte Sekunde bis zur Ewigkeit.

Vor der Ehe will die Frau einen ungezähmten Panther - nach der Ehe eher einen Schnurrekater. Da kommt kein Ehemann drum rum. Ich war dreimal Ehemann, mit wechselnder Schnurrqualifikation.

Wo der Mann nach einer gewissen Gesetzmäßigkeit denkt und handelt, tun Frauen dies nach einer verborgenen Gesetzlosigkeit, deren Schwungrad die Intuition ist.

Ein Quäntchen Sibyllinisches ...

Ein genormtes, geordnetes männliches Alphabet:

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Ein intuitives, ungeordnetes weibliches Alphabet:

Fz Gk Up AnS Y h c RJ wOi X mQ Le btD Y

Dabei enthalten beide Alphabete die gleichen - und gleich viele Buchstaben.

... und ER kommt ans Ziel - und SIE kommt ans Ziel, ... und beide gewinnen hoch dotierte Literaturpreise.

'Genormtes' oder 'Geordnetes' ist durchschaubarer als 'Intuitives' oder 'Ungeordnetes'. Die 'schönen Biesterchen', wie ich sie liebevoll nenne, kennen uns ergo viel besser als wir sie:

Dafür wiegen wir mehr und werfen die Speere weiter ...
 



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Letzte Änderung: 27.08.2010
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