Wie kaum ein anderer hat Gunter Sachs die Wandlungen der Kunst in den letzten 50 Jahren von allen erdenklichen Blickwinkeln aus beobachtet und erlebt: er sammelte moderne Kunst (Nouveaux Realistes, Informelle, Pop-Art) zu einer Zeit, als sich nur wenige dafür interessierten. Fast ein Jahrzehnt war er Präsident des Modern Art Museums München. Er eröffnete in Hamburg an der Milchstraße eine Galerie mit der ersten europäischen Warhol-Ausstellung. Und er hat in den zurückliegenden drei Jahrzehnten ein beachtenswertes photographisches Werk geschaffen. Mit seinen surrealen, eigenwilligen und vor allem äs- thetischen Bildkompositionen gehört er seit über 25 Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Lichtbildkunst unserer Zeit.
Seine Liebe zur Kamera entdeckte Gunter Sachs schon in jungen Jahren als Student, bei ersten Experimenten mit Schwarz-Weiss-Photo- graphien. Doch bevor seine Bilder später richtig still stehen lernten, liefen sie auf der ganzen Welt. Zwischen 1963 und 1968 drehte er sechs Kurzfilme, die allesamt Prädikat erhielten, in Deutschlands Kinos als prämierte Vorfilme liefen und auf internationalen Festivals mit ersten Preisen ausgezeichnet wurden.
Mit "Happening in White" folgte dann 1969 der erste abendfüllende Dokumentarfilm - mit bis dahin nie gesehenen Zeitlupenaufnahmen.
Gunter Sachs erkannte jedoch auch, daß der technische Aufwand, den eine Filmproduktion erfordert, stetig zunahm - und seine künst- lerische Bewegungsfreiheit mehr und mehr einschränkte. Dies gab den Ausschlag, sich vom Film zu trennen und der Photographie zuzuwenden. Denn seine Liebe zur Kamera war ihm geblieben - doch von jetzt an standen seine Bilder still.